Prüfungsämter der Geistes- und Sozialwissenschaften
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Cotutelle Promotion

Das Verfahren cotutelle de thèse im Rahmen der Promotion zum Dr. phil. / Dr. rer. pol. an der Ludwig-Maximilians-Universität München

 

Beginn der Cotutelle Promotionen an der LMU

Einige Doktorandinnen und Doktoranden entschlossen sich  Ende der 90er Jahre ihre künftigen Promotionen im Rahmen einer Cotutelle Vereinbarung mit Universitäten in Frankreich durchführen. Sie hatten während ihres Magisterstudiums in Frankreich studiert und ihre Betreuerinnen und Betreuer in beiden Ländern setzten sich zum Ziel, die gemeinsame Arbeit weiterzuführen. Ein französischer Arrêté von 18.01.1994 eröffnete die rechtliche Grundlage für binationale Promotionen.

Voilà! Der Promotionsausschuss Dr. phil. an der LMU hat mit der hilfreichen Unterstützung der Französischen Botschaft die Cotutelle Promotion in den Geistes- und Sozialwissenschaften an der LMU aus der Taufe gehoben. Drei Vereinbarungen wurden im August 1999 mit den Universitäten Paris 8, Paris XII und Tours abgeschlossen.

Inzwischen hat der Promotionsausschuss Cotutelle Vereinbarungen mit vielen Universitäten Frankreichs sowie anderen Ländern Europas abgeschlossen: Italien, Norwegen, Polen, Portugal, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und Ungarn. Die Promotionsordnung (Dr. phil. / Dr. rer. pol.) wurde zudem mit einem Anhang ergänzt, der das Abschließen von Cotutelle Vereinbarungen großzügig regelt.

 

Das Cotutelle Verfahren

Das Cotutelle Verfahren ist speziell für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die bereits im ersten Studium wissenschaftliche Erfahrungen im Ausland gemacht haben, die sie vertiefen und ausbauen, einen besonderen Forschungsschwerpunkt im Ausland verfolgen oder von der besonderen Zusammenarbeit zweier Professorinnen oder Professoren an der LMU und im Ausland profitieren möchten.

In einem gemeinsamen Prüfungsverfahren – dem eine Vereinbarung zwischen einer ausländischen Universität und der LMU zugrunde liegt  –  wird ein Doktorgrad erworben. Die Betreuung durch Professorinnen und Professoren der beiden Universitäten, die Immatrikulation und Aufenthaltszeiten an den Universitäten und die Prüfungsmodalitäten (Thema der Dissertation, Sprache der Dissertation und der mündlichen Prüfung, Mitglieder der Jury) werden in der Vereinbarung geregelt. Die LMU und die beteiligte Universität verpflichten sich nach abgeschlossener Promotion (Annahme der Dissertation, Absolvierung der mündlichen Prüfung und Veröffentlichung der Dissertation), der Kandidatin / dem Kandidaten jeweils eine den nationalen Bestimmungen entsprechende Promotionsurkunde auszuhändigen.

Die  Kompetenzen werden  in zwei Ländern mit meist unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Hochschulsystemen erworben. Das Cotutelle Verfahren erleichtert die Mobilität zwischen den unterschiedlichen Systemen. Daher ist es speziell auf Kandidatinnen und Kandidaten zugeschnitten, die eine besondere internationale Ausrichtung in ihrer akademischen Laufbahn verfolgen. Das Cotutelle Verfahren ist kein sinnvolles Instrumentarium, wenn lediglich die Beteiligung einer Zweitgutachterin / eines Zweitgutachters von einer Universität im Ausland an einem Promotionsverfahren erwünscht wird. Hier wäre der angemessene Weg eine Prüferbestellung im Einzelfall.